Letzte Änderung, am 16.06.2011
Wie pflegen wir die Bleiakkus unserer Schönwetterfahrzeuge am besten?
Viele
Bleiakkus an technisch historischen Kraftfahrzeugen und selten
benützten Schönwetterfahrzeugen leben
erfahrungsgemäß eher kurz, beachtet man aber folgende
Hinweise, dann kann man diesen sinnlosen
Verschleiß erfolgreich entgegenwirken und bares Geld sparen: Vor
dem ersten Einsatz im Leben eines neuen Bleiakkus, soll dieser
mindestens 10 Stunden geladen werden. Nach jeder Entladung, (egal
welche Entladetiefe) muss wieder nachgeladen werden. Ein Bleiakku darf
nie im stark entladenen Zustand vernachlässigt werden und soll
auch nicht im teilentladenen Zustand länger gelagert werden. Ein
vollständig entladener Bleiakku benötigt unmittelbar nach der
Entladung mindestens 16 Stunden Ladezeit! Bei kürzeren
(unzureichenden) Ladezeiten soll spätestens nach wenigen Tagen
mindestens 24 Stunden mit max. 2,4 Volt pro Zelle weitergeladen
werden.Die Ideale Umgebungstemperatur, liegt dabei zwischen +10
Grad bis + 20 Grad Celsius.
Die natürliche
Selbstentladung von neuwertigen wartungsfreien Bleiakkus ist sehr
gering. Bei 20°C und ohne stille Verbraucher wird es etwa ein Jahr
dauern, bis ein vollgeladener Energiespeicher 50% seiner
eingeladenen Kapazität eingebüßt hat. Dessen
Selbstentladung ist auch stark temperaturabhängig, als Faustregel
gilt dass eine Temperaturerhöhung um 10°C,
die Selbstentladung etwa verdoppelt. Bei tiefen Temperaturen sinkt
die Selbstentladung auf niedrigere Werte und auch die Frostsicherheit
hängt vor allem vom Ladezustand ab. Das Gefrieren der
Schwefelsäure muss unbedingt verhindert werden, weil andernfalls
der Akku zerstört wird. Ein voll geladener Bleiakku gefriert erst
bei ca. -50°C, eine entladener kann schon über -10°C
einfrieren.
Jede Entladung von Bleiakkus wirkt sich nachteilig
auf ihre mögliche Lebensdauer aus, tiefe Entladungen schaden dabei
erheblich mehr als flache Teilentladungen (mit weniger als
50%Kapazitätsentnahme). Die Zyklenfestigkeit von Starterbatterien
liegt bei etwa 180 Lade/Entladezyklen, mit einer Entladetiefe von max.
80% Kapazitätsentnahme. Wird im Idealfall nur etwa 10 bis 20% der
verfügbaren Kapazität entnommen, so kann eine sehr hohe
Lebenserwartung erreicht werden. Tiefentladungen sollten unbedingt
vermieden werden, denn schon eine einzige Tiefentladung und
anschließende Lagerung in diesem Zustand, kann Bleiakkus
völlig zerstören. Zusätzlich zur Zyklenbelastung
unterliegen Bleiakkus auch einer natürlichen Alterung und diese
erfolgt wie die Selbstentladung, auch stark temperaturabhängig.
Nimmt man bei 20°C und guter Behandlung einer Lebensdauer
>5 Jahre an, so verringert sich diese bei 10°C wärmeren
Umgebungstemperaturen auf die Hälfte, kühl gelagerte
Bleiakkus halten naturgemäß am längsten und dafür
müssen sie auch möglichst vollgeladen sein, weil sie sonst
sulfatieren. Nicht selten höre oder lese ich Hinweise wie "an den
Akkuklemmen liegen doch noch 11,5 oder 12 Volt an", das bedeutet aber
für den armen Bleiakku
"5 Minuten vor 12"! Um
den tatsächlichen Zustand eines Bleiakkus einzuschätzen,
sollte man unter Last testen. Denn eine komplett
leergesaugter Bleiakku kann auch über 12 Volt Leelaufspannung an
den Polklemmen anzeigen. Mit kompakten Batterietestern von
diesem Typ,
kann man in wenigen Sekunden den sogenannten Kälteprüfstrom
überprüfen, welcher auf vielen Batteriekästen als
Prüfstrom in (EN) angegeben wird. Bei Temperaturen im
Bereich zwischen +10 bis +20°C soll der gemessen Prüfstrom
höher liegen, als der
am Bleiakku angegebene Kälteprüfstrom für -18°C!
Gezielte
Zyklen zur Kapazitätserhöhung, wie sie bei NiCd und
NimH-Akkus kapazitätsverstärkend wirken, sind bei
Bleiakkus nicht empfehlenswert, weil diese keinen Memory oder
Battery-Lazy-Effekt aufweisen. Um eine hohe Lebensdauer zu erreichen,
sollten Bleiakkus regelmäßig, (mindestens alle 3 Monate),
für etwa 10 Stunden mit einem spannungsbegrenzten Ladegerät
(max. 2,4 Volt je Zelle) aufgeladen werden. Mit zunehmendem Lebensalter
erhöht sich die Selbstentladung schleichend, so dass es
im laufe der Zeit nötig sein kann, alle 10 bis 14 Tage
nachzuladen. In solchen Fällen sind spannungsgeregelte
Erhaltungslader (mit 2,17 bis max. 2,30 Volt) Zellenspannung auf Dauer
eine zuverlässige Alternative, so kann man auch die
Lebenserwartung von bereits altgedienten Bleiakkus noch um weitere
Jahre verlängern.
.