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Eigenschaften
von Nickel Metall Hydrid Akkus NiMH
Zellen haben einen etwas anderen Aufbau als NiCd Zellen und
funktionieren grundsätzlich anders. Die bei NiCd Akkus giftige
Cadmium Elektrode wurde durch eine Metalllegierung ersetzt, welche
Wasserstoff speichern kann. Diese Speicherung erfolgt drucklos, wodurch
die Gefahr eines Überdrucks relativ gering ist. Durch die
chemische Reaktion zwischen Wasserstoff und Nickel wird der Strom
gespeichert. NiMH Zellen haben eine relativ gute Energiedichte, d.h.
bei gleichem Gewicht haben sie mehr nutzbare Kapazität als
NiCd Zellen. Ein weiterer Vorteil ist der fast nicht vorhandene
Memoryeffekt. Es genügt ein sehr seltenes Entladen um immer
frische und volle Zellen zu haben, "nur nachladen" ist bei
NiMH Zellen möglich.
Wie alles auf der Welt
haben leider
auch NiMH Zellen ihre Nachteile, Überladung kann die
Zellen nachhaltig schädigen. Dieses
Problem wird noch dadurch verstärkt, dass das beliebte
Delta-Peak
Prinzip zur Abschaltung von Ladegeräten bei NiMH Zellen nicht
zuverlässig funktioniert. Es bleibt nur die
temperaturgesteuerte
Abschaltung, was aber selten gemacht wird. Weiters haben NiMH Zellen
eine relativ hohe Selbstentladung, was die Lagerfähigkeit
verschlechtert. NiMH Akkus sollen (im Gegensatz zu NiCd Zellen)
immer halb bis randvoll geladen, gelagert werden. Da sie diese Ladung
allmählich verlieren, müssen sie in
regelmäßigen
Abständen geprüft und nachgeladen werden. Ein
weiterer Nachteil ist der höhere Innenwiderstand, weshalb sich NiMH
Akkus für Hochstromanwendungen schlecht eignen.
Wie kann
man NiMH Akkus am sichersten zerstören :
Langzeitlagerung
von leeren NiMH Zellen: Die Zelle zerstört sich
chemisch selbst Überladen:
Selbst geringe Überladung kann die Zelle schädigen Tiefentladen
eines Akkupacks: Dadurch werden die schwächsten
Zellen umgepolt und dauerhaft zerstört mit zu
hohen Strömen entladen: Die Zellen werden durch
große Hitzeentwicklung zerstört
So muss man NiMH Zellen
behandeln um lange Zeit Freude an ihnen zu haben:
Genaues
Beobachten des Ladevorgangs bei Ladegeräten mit Delta-Peak
Abschaltung. Schonendes Entladen
von Akkupacks nur bis zur minimalen Entladeschlußspannung von
0,85 Volt. Bei hohen
Entladeströmen unbedingt die Temperatur beobachten. vor Lagerung
die Akkus immer Volladen.
Geladen
werden NiMH Akkus nach dem gleichem Prinzip wie NiCd Akkus. Leider ist
der Spannungsverlauf bei NiMH Akkus so flach, dass die Delta-Peak
Erkennung oft zum Glücksspiel wird. Man sollte daher neue
Akkus während der ersten Ladevorgänge immer genau
beobachten und die Temperatur fühlen. Erwärmt sich der Akku auf
über 40 Grad (beginnt sich unangenehm anzufühlen) ohne dass die
Delta-Peak Abschaltung anspricht, so muß der Ladevorgang manuell
unterbrochen
werden. Dieses Problem ist leider weit verbreitet und es hat schon
etliche NiMH Akkus in die ewigen Jagdgründe
befördert.
Funktioniert die Delta-Peak Abschaltung einige Male
zuverlässig,
so kann man bei diesem Akku darauf vertrauen. Andere
Zellen müssen aber wiederum Anfangs genau beobachtet werden.
Andererseits kann die Delta-Peak Abschaltung auch zu früh
abschalten, lange bevor der Akku voll ist.
Ein
häufiger
Streitpunkt ist der Memoryeffekt. NiMH Zellen haben keinen
Memoryeffekt, behaupten die Hersteller und können daher
jederzeit problemlos nachgeladen werden. In der Praxis kann man nach
längerer Einsatzzeit aber schon eine Art Memoryeffekt
(Lazyeffekt)
feststellen, wenngleich auch bei weitem nicht so stark wie bei NiCd
Akkus. Daher empfiehlt sich auch bei NiMH Akkus diese gelegentlich zu
Entladen und wieder neu Aufzuladen.
NiMH-Akkus sind
für den Betrieb bei Temperaturen unterhalb von 0 °C
(beispielsweise an Kraftfahrzeugen) ungeeignet, falls man
stromfressende Glühlampen betreiben will. Bereits bei
Annähern an den Gefrierpunkt weisen sie deutliche
Kapazitätsverluste auf, bei Minus 20 °C werden sie vollkommen
unbrauchbar, außer man betreibt damit beispielsweise
energiesparende Leuchtdioden. NiMH-Akkus
reagieren wie bereits
erwähnt sehr empfindlich auf Überladung, Überhitzung,
falsche Polung und Tiefentladung mit verbundener Umpolung. Dadurch
altern sie extrem schnell, dies hat aber nichts mit Memory-Effekt zu
tun und lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen.
Vollständiges Entladen (bis auf minimal 1 Volt pro Zelle, gemessen
unter höchstzulässiger Last) oder häufiges Laden und
Entladen, verringert stattdessen
lediglich die Lebensdauer wegen der beschränkten Zahl
möglicher Ladezyklen. Erhöht werden kann die Lebensdauer,
indem man beim Laden bzw. Entladen, nicht die Grenzen der chemischen
Reaktion ausreizt.
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