Fachgerechte Pflege für
Ni-xx-Akkus an unseren klassischen Fahrzeugen Stärken
und Schwächen von Nicd und Nimh Akkus
Nicd Akkus gelten allgemein als robuste Arbeitstiere, sind
weitgehend
temperaturstabil und vertragen sehr hohe Entladeströme, womit
man sogar Kraftfahrzeuge an kleinen Akkublocks starten könnte.
Die Kehrseite liegt leider im stark ausgeprägten
Memory-Effekt, folglich darf man Nicd Zellen nicht wirklich dauerhaft
geringe Kapazitätsmengen entnehmen und diese wieder nachladen.
Bei derartiger Behandlung würde die verfügbare
Kapazität allmählich weniger, bis der Akku
völlig unbrauchbar wird. Nimh-Akkus
verfügen etwa über die doppelte Energiedichte und der
unerwünschte Memory-Effekt kommt kaum zur Geltung! Leider
regieren Nimh Akkus sehr sauer gegen Überladungen und auch die
Temperatur hat großen Einfluss auf die
Entladekapazität. Während höhere
Umgebungstemperaturen die nutzbare Kapazität sogar
geringfügig steigen lassen, haben niedrigere Temperaturen
merkbaren Kapazitätsverlust zur folge. So sind bei
-10°C oftmals nur noch knapp über 50% der
Kapazität entnehmbar, welche bei 25°C zur
Verfügung stände. Selbst bei 0°C sind nur
max. 80% der Kapazität nutzbar. Dieses Problem wird durch die
höhere Energiedichte weitgehend ausgeglichen, ein weiteres
Problem liegt aber an wesentlich niedrigeren Entladeströmen.
Folglich wäre es sinnvoll bei Nimh Akkus immer um eine Nummer
größer zu kaufen, oder die Stromaufnahme von
elektrischen Verbrauchern (beispielsweise Blinkleuchten) zu verringern!
Die Nennkapazität (Ah)
Die Kapazität wird in Amperestunden angegeben. Eine
Amperestunde (Ah) bedeutet beispielsweise, dass eine Stunde lang ein
Strom von 1 Ampere entnommen werden kann, oder auch 10 Stunden lang 100
Milliampere usw. Tatsächlich ist es aber so, dass bei Akkus
die Kapazität mit dem Entladestrom abnimmt. Zum Beispiel kann
es vorkommen, dass eine frische ULO-Box EBL801 (mit 6 Volt 1Ah
Akkublock) über 20 Stunden lang
einen Strom von 50 mA liefern kann, bei vierzigfacher Stromentnahme von
2,0 Ampere aber nicht ein vierzigstel der Zeit, sondern max. 25 Minuten
durchhält. Üblicherweise entspricht die auf einem
Akku aufgedruckte Nenn-Kapazität derjenigen
Kapazität, die man bei einem Entlandestrom von "C/10"
erhält. Was bedeutet die Abkürzung C ?
Mit dem Buchstaben C wird allgemeinen die Kapazität von Akkus
in Amperestunden (Ah) bezeichnet. Angaben wie C/10, C/2 oder 2C
beziehen sich auf einen Lade- oder Entladestrom. Hat ein Akku
beispielsweise eine Kapazität von 1000 mAh, also 1 Ah, so ist
diese Kapazit 1C. Eine Angabe beim Ladestrom von C/10 bedeutet dann,
dass dieser Akku mit einem Strom, der dem Zehntel seiner Kapazitt
entspricht, also 100 mA geladen wird! Mögliche
Lademethoden Spannungsladung Die
Spannungsladung ist für Blei-Akkus optimal geeignet, aber
nicht für NICD
oder NIMH-Akkus.
Bei der Ladung nach Spannung wird eine konstante Spannung über
eine Strombegrenzung, an den Akku angelegt. Der Strom der in den Akku
fließt und diesen auflädt, wird überwiegend
durch die Spannung des Akkus bestimmt. Ein leerer Akku hat eine
niedrige Spannung und eine große Spannungsdifferenz zwischen
Akku und Ladestromquelle. Bei zunehmender Akku-Spannung wird der
Ladestrom kleiner. Liegt die Ladespannung unterhalb der empfohlenen
Ladeschlußspannung, so kann ein Akku bei dieser Lademethode
nicht überladen werden. Allerdings ist die Spannung an NICD
oder NIMH Akkus nicht unbedingt ein Kriterium für dessen
Füllstand
und hängt stark vom Strom, Temperatur und (Alter) ab.
Stromladung
Bei der Stromladung werden Ni-xx Akkus meistens, aber nicht immer mit
pulsierendem Gleichstrom geladen. Anders als bei der Spannungsladung
ist der Ladestrom konstant. Die Ladung mit Strom muss aber rechtzeitig,
"wenn der Akku voll ist", beendet werden. Ladeschlusserkennung
nach Zeit
Geht man von einem leeren Akku aus, so braucht man nur so lange
Ladestrom fließen zu lassen, bis die Kapazität des
Akkus erreicht ist. In der Praxis ist aber Aufgrund von Verlusten mehr
Ladung erforderlich und zwar etwa 1,4C. Ein leerer 3000 mAh-Akku wird
insgesamt mit einer Kapazität von 1,4 x 3000 mAh = 4200 mAh
geladen. Also 10 Stunden lang mit 420 mA oder 14 Stunden lang mit
300mAh. Letzteres ist eine typische Ladeanweisung für
langsames Laden: 14h mit C/10. Damit sie funktioniert muss der Akku
vollständig entladen oder sein Füllstand bekannt
sein, aufgrund sehr niedriger Ladeströme wäre auch
leichtes überladen in unterbrochenen Zeitabständen
(beispielsweise an
historischen Kraftfahrzeugen) unkritisch! Ladeschlusserkennung
nach "minus Delta U"
Diese Ladeschlusserkennung macht sich folgenden Effekt zu nutze: wird
ein NiCd
Akku mit konstantem Strom geladen, steigt seine Spannung
immer weiter an. Ist der Akku voll, so erreicht seine Spannung ein
Maximum
und fällt bei weiterem Stromfluss wieder leicht ab. Dieser
leichte Spannungsabfall, der bei NiMH-Akkus
nur etwa 15-25mV beträgt, muß von der
Ladeelektronik erkannt werden, damit die Ladung beendet wird.
Folglich ist es sehr wichtig, dass der Ladestrom ausreichend hoch ist
(etwa ab C/4), da sonst der Effekt der negativen Spannungsdifferenz zu
gering ausfallen kann. Diese Lademethode
ist für den mobilen Einsatz unserer klassischen Fahrzeuge
unmöglich, weil sie bestenfalls auf
langen Strecken mit üppigen Motordrehzahlen funktionieren
könnte! Ladeschlusserkennung nach Temperatur
Zum Ladungsende entsteht mehr Sauerstoff als kurzfristig abgebaut
werden kann und der Zelleninnendruck erhöht sich. Dabei steigt
auch die Temperatur, was die Ladeschaltung zur Abschalterkennung nutzt.
Der Einsatz der Ladeschlusserkennung nach Temperatur kann kritisch
sein, weil bei schlechter Wärmekopplung zwischen Zellen und
Temperatursensor der Akku stark überladen und
geschädigt wird. Bei guter Wärmekopplung sind
allerdings sehr gute Resultate erzielbar. Sie findet daher Anwendung,
wenn der Temperatursensor (beispielsweise an kompakten ULO EBL801
Ladeeinheiten) im Akkupack integriert ist. So sind auch Fehlfunktion
relativ gut auszuschließen. Dauer-Niedrigstrom-Ladung
Dauerladung mit niedrigem Ladestrom ist möglich, allerdings
darf an NiMH-Akkus ein zeitlich unbegrenzter Ladestrom von C/20 bis
max. C/10 nicht überschritten werden. Gute SUB
C-Akkus von www.newtecs.de
können Dauerladung bis max. C/10 sehr lange (ohne
Beschädigung) überleben. An historischen
Kraftfahrzeugen kann man gefahrloslos einen 12
Volt 3900 mAh SUB-C Akkublock mit einer einfachen
Gleichrichterdiode an 350 mA Konstantstrom (Primärwicklung von
Motorfahrrad-Zündspulen) direkt laden! Mit zunehmendem Alter
(Anstieg vom Innenwiderstand) werden NIMH Zellen auch bei C/10
warm,
aber es fährt kaum jemand
mit klassischen einspurigen Fahrzeugen rund um die Uhr?
Ideales
Laden von NiCD
und NiMH-Akkus
an unseren betagten Kraftfahrzeugen Ein
idealer Verlauf des Ladestromes wäre bei
Ladebeginn mit höherem Strom zu laden, damit
eventuell durch Tiefentladung umgepolte Zellen oder Zellen die durch
längere Lagerung ihre Formierung verloren haben wieder
reaktiviert werden. Dann mit mittleren Strömen C/10
bis C/5 des der Kapazität entsprechenden Ladestromes
auf ca. 80% der Kapazität laden. Die Restladung mit
geringen C/20 bis C/15 Ladestrom ergänzen. Zu Ladebeginn
sollen die Zellen in ihrer Formierung mit höherem Strom
stabilisiert werden, dann den überwiegenden Teil der Energie
mit mittlerem Ladestrom einladen, und die letzten 20%
der rechnerischen Kapazität langsam
einladen. Dann werden NiMH
Zellen im Falle von Überladungen auch nicht überhitzt
und der Zelleninnendruck bleibt immer im grünen Bereich.
Langsam laden ist ist entgegen vielen "Modellflieger-Weisheiten" die
schonendste Methode, kann jedoch zu tiefentladene Akkus nicht mehr
regenerieren. Sehr schnelles Laden ist praktisch, weil die
Geräte schnell wieder einsetzbar sind, verkürzt
aber das Akkuleben erheblich. Selbstentladung
NiCd und NiMH-Akkus
unterliegen einer Selbstentladung. Je älter ein Akku, desto
größer wird seine Selbstentladungsrate. Hohe
Temperaturen beschleunigen die Selbstentladung enorm. Eine
durchschnittliche Selbstentladungsrate mit etwa 25% pro Monat ist
realistisch. Das bedeutet, dass ein 3000 mAh-Akku nach einem Monat nur
noch 2250 mAh geladene Kapazit und nach einem weiterem Monat nur noch
1687 mAh...usw. Kapazität hat. Diese hohe
Anfangsselbstentladung ist aber auf lange Sicht gesehen viel
unkritischer, als an Bleiakkus. Entladen von in Reihe
geschalteten Akkus
Die Gesamtkapazität von in Reihe geschalteten Akkus entspricht
immer nur der Zelle mit der geringsten Kapaziät.
Gröbere Probleme liegen (wie oft in der
Welt) in extremen Parametern. Begriffe wie "zu groß
oder sehr klein" sind relativ zu den
Akku-Kapazitäten zu sehen. Der
Normalbereich erstreckt sich von C/20 bis max. 3/C der
angegebenen Kapazität. Zu hohe Entladeströme
beanspruchen die Zellen thermisch sehr stark und
ungleichmäßig, sehr kleine
Entladeströme (im Bereich der Selbstentladung) sind
nicht mehr linear mit der Kapazität berechenbar. Entladen
mit hohen Strömen (relativ zur Akku-Kapazität) wirkt in
jedem Fall lebensdauerverkürzend. Wenn dann noch, (wie z.B. mit
niederohmigen Lampen), die
Grenze zur Tiefentladung unbemerkt überschritten wird, dann
hat der Akkublock wirklich geringe Chancen, alt zu werden. Es kann
dann fatale Folgen haben, wenn eine Zelle geringere
Kapazität als ihre gesünderen Nachbarn hat,
beim Entladen nimmt die Spannung
eines Akkus langsam ab. Ist nun eine Zelle schwächer als die
anderen im gesamten Akkublock, so kann sie bereits vollständig
entladen sein, während der gesamte Akkublock noch
über genügend Energie verfügt. Dadurch kann
eine bereits vollständig entladene Zelle auf
eine Spannung unter 0V fallen und wird von den restlichen Zellen mit
entgegengesetzter Polung aufgeladen. Dieses Problem ist die
häufigste Ursache
für zerstörte Akkus, daher nur Akkuzellen mit
annähernd gleicher Kapazität gemeinsam verwenden und
einen solchen Akkublock niemals völlig leersaugen. Bei sehr
niedrigen Entladeströmen (beispielsweise ultrahelle
Leuchtdioden) ist dieses schwerwiegende Problem weitgehend zu
vernachlässigen. Lagern
von Nimh Akkus
Werden Nimh Akkus länger nicht benützt,
(beispielweise
Winterpause von Schönwetterfahrzeugen) dann im
teilweise bis voll geladenem Zustand aufzubewahren. Die bei der
Selbstentladung auftretenden,
langsamen Prozesse können auch dauerhaft schädliche
Wirkungen haben und die Gesamtlebenszeit des Akkus verringern.
Während Nickel-Cadmium
Akkus bis auf 0V entleert und so gelagert
werden konnten, ist bei Nimh Akkus eine so tiefe Entladung nicht
empfehlenswert. Manchmal liest man auch "daß sich zu
lang gelagerte" Nimh Akkus
chemisch zersetzen" ? Vor ca. 3 Jahren analysierte ich einen 3,6 Volt
70 mAh Nimh Akku von 1999, welcher seither an ca. 1µA
Dauerlast in einem Lagerraum vergessen wurde! Bei ähnlichen
Steuerplatinen mit
tiefentladenen Nicd Akkus befanden sich schon
stark ätzende Oxdschichten um die Akkus, aber der Nimh Akku
war dicht und wirkte optisch wie neu! Die
gemessene Spannung von nur 1,43 Volt (durchschnittlich 0,47 Volt
Zellenspannnung)
war nicht sehr ermutigend, aber der kleine Akku verhielt sich beim
anschließenden einstündigen schnelladen mit 50 mA
Vorbildlich. Als ich diesen verwahrlosten Nimh Akku 5 Monate
später wieder überprüfte, betrug die
Leerlaufspannung 3,72 Volt und er zeigte bei 20 mA Last keine
ausgeprägten Schwächen!
Später erwarb ich bei www.newtecs.de
10 Stück SUB-C Akkus vom Typ Blue-Line mit 3000mAh und lagerte
diese Zellen ganze 30 Monate unbehandelt bei ca. 10 bis max.
22° C, bis die durchschnittliche Zellenspannung auf 0,9 Volt
absank. Dann verlötete ich diese Zellen zu einem Akkublock und
lud ihn 14 Stunden mit 300 mA C/10. Später erfolgte die
kontrollierte Entladung an einer 12 Volt 5 Watt KFZ Lampe (ca. 400 mA
Last) Die Lampe leuchtete beinahe 6 Stunden, bis die
schwächste Zelle unter 0,9 Volt absank. NIMH
Akkus altern tatsächlich bei Lagerung, der
Innenwiderstand steigt und die Kapazität nimmt ab. Folge: die
Spannung unter hoher Last wird deutlich geringer (man merkt das richtig
bei hohen Entladeströmen). Darum am besten NIMH Akkus bei ca.
50% Ladung lagern und nach der Winterpause entladen (aber nicht
völlig leersaugen) sowie wieder laden, ideal wäre: 3
mal, oder das Fahrzeug regelmäßig bewegen und dabei
die elektrischen Verbraucher benützen! Empfehlungen
von anderen Autoren, zur Langzeitlagerung von Nimh Akkupacks
Da auch diese Akkus innerhalb von mehreren Monaten ihre Ladung
verlieren, ist es bei NiMH Akkus prinzipiell egal, in welchem Zustand
sie gelagert werden. Bei längerer Lagerung (länger
als ein
halbes Jahr) sollte ein NiMH Akku jedoch im vollgeladenen Zustand
gelagert werden. Zudem sollte er alle 12 Monate mindestens
einmal geladen werden. Der empfohlene Temperaturbereich
für
Langzeitlagerung liegt zwischen +10°C und +30°C bei
einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50%. Und hier noch Aufzeichnungen
von langjährigen persönlichen Erfahrungen
mit NiCD, NiMH und Bleiakkus.
Verwahrloste Bleiakkus sind nach 30 Monaten
Winterschlaf garantiert irreparabel sulfatiert und zerstört,
falls man sie in der Zwischenzeit nicht mehrmals nachlädt!
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