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     Letzte Änderung, am 17.06.2011

Optimale Pflege bzw.Erhaltungsladung für Bleiakkus unserer Schönwetterfahrzeuge
 

Obwohl Bleiakkus vermeintlich einen sehr robusten Eindruck machen, muß man sich auch ein wenig mit technischen Grundlagen beschäftigen, um ihnen eine möglich lange Lebensdauer zu ermöglichen. Das Hauptproblem beginnt oft schon bei mangelhaften laden im Kurzstreckenbetrieb und auch im Zusammenhang mit eher schwachen Generatoren, an kleineren Motorrädern oder Rollern. Wird beim Laden eine Zellenspannung von 2,35Volt (14,1 Volt an 6 Zellen) nie erreicht, sulfatieren mit der Zeit die Zellen, was zu einem höheren Innenwiderstand, einer schleichenden Verringerung der möglichen Kapazität und vor allem auch erhöhter Selbstentladung führt. Wird auf der anderen Seite eine Zellenspannung von 2,4Volt beim Laden überschritten, dann neigt der Akku kaum zum sulfatieren und kann sogar geringfügig mehr Energie speichern, aber seine mögliche Lebensdauer wird aufgrund von erhöhter Plattenkorrosion verkürzt. Ladeschlußspannungen über 2,45Volt (>14,7 Volt an 6 Zellen) und dann auch noch höhere Temperaturen, führen garantiert zu einem frühzeitigen Ende von Bleiakkus.

Was müssen wir unbedingt beachten?

Weiters soll man wissen dass Bleiakkus nicht wirklich schnellladefähig sind, denn eine Schnellladung erfolgt in ca. 7 bis 10 Stunden, eine Normalladung dauert mindestens 14 Stunden, damit sich ein Bleiakku beim laden auch wohl fühlt. Es ist zwar möglich einen Bleiakku in den ersten 5 Stunden auf bis zu 70% aufzuladen, dann verringert sich aber der Ladestrom bei konstanter Ladeschlußspannung allmählich so weit, dass für die restlichen 30% Kapazität, noch weitere 10 Stunden Ladezeit erforderlich sind. Diese physikalischen Grundregeln lassen schnell erkennen, das 20 Kilometer Motorrad fahren und anschließend wieder mindestens 3 Wochen in der Garage parken, für Bleiakkus auf Dauer nicht gesund sein kann. Bleiakkus tolerieren auch keine Tiefentladung und Starterbatterien für hohe Entladeströmen sollten nicht tiefer als 50% ihrer Nennkapazität entladen werden. Unter schlechtesten Bedingungen sollte spätestens nachgeladen werden, wenn max. 80% der Kapazität entnommen wurden. Viele Biker orgeln aber mit dem Elektrostarter bis überhaupt nichts mehr geht und lassen dann frustriert ihre Maschine mit tiefentladenem Akku auch noch längere Zeit so stehen, solche Mißhandlungen sind gnadenlose Todesurteile für unsere Starterbatterien. Auch regelmäßiges Entladen (zyklischer Betrieb) und gelegentlich leichtes Tiefentladen setzt unseren Starterbatterien sehr stark zu, das begünstigt die Sulfatierung und verringert die mögliche Lebensdauer enorm. Die natürliche Selbstentladung von neuwertigen Bleiakkus liegt bei ca. 5% im Monat, solange es am Fahrzeug keine stillen Stromverbraucher gibt. Speicherfunktionen von elektronischen Cockpits oder Ruheströme für Alarmanlagen schlagen aber mit mindestens 1 Milliampere pro Stunde oder noch erheblich mehr zu Buche, dann wäre auch der beste 12 Volt 4Ah Bleiakku nach spätestens 6 Monaten tiefentladen und erfahrungsgemäß irreparabel zerstört. Leichtkrafträder mit 12 Volt 130 Watt Magnetzündergeneratoren von Motoplat aus den 80er Jahren, zerstören beispielsweise im Zusammenhang mit tiefentladenen (hochohmigen) Akkus, die mittlerweile seltenen 12 Volt VDO Drehzahlmesser, das wird dann oft richtig teuer. Hat ein guter (verwahrloster) Bleiakku trotzdem irgendwie die ersten zwei Saisonen überlebt, dann schafft er kaum noch eine dritte und für solche Probleme kann man mit permanenter Erhaltungsladung entgegenwirken, die Erhaltungsladespannung darf dabei im Bereich zwischen 2,17 bis max. 2,30Volt  Zellenspannung (13,02 bis max. 13,80 Volt bei 6 Zellen) liegen. Dabei sollte man auch beachten dass 2,17 Volt bei sehr hohen Temperaturen und 2,30 Volt Zellenspannung  für eisige Verhältnisse angemessen wären. Die meisten handelsüblichen Erhaltungslader erzeugen aber nur 13,8 Volt Ausgangsspannung und das bewirkt für sommerliche Verhältnisse enorme Plattenkorrosion, weshalb dann viele Bleiakkus nach durchschnittlich 4 Jahren Erhaltungsladung auch das zeitliche segnen. Mit Erhaltungsladen soll nur jene Energie ersetzt werden die, im Laufe einer längeren Stillstandszeit verloren geht. Es nützt nichts den Bleiakku dauerhaft zu kochen, der einzige Zweck sollte sein, einen annähernd „vollgeladenen“ Akku zu haben, wenn man das Moped nach längerer Stillstandszeit wieder verwenden will. Dafür benötigen wir max.13,5 Volt Ausgangsspannung und etwas weniger verringert sogar das fortschreiten der Plattenkorrosion.

Ein zuverlässiges Netzladegerät für diesen Zweck muß keinen saublöden Computer oder Mikrocontroller haben, welcher nicht selten für sein oft fragwürdiges Eigenleben auch noch elektrische Energie verbraucht. Weil aber die liebe Industrie schon lange nicht mehr kundenfreundlich produziert, sucht man am besten selber  nach einer energiesparenden Alternative und dafür gibt es hervorragende 12 Volt Tischnetzteile aus Großserienproduktion, welche bei Leerlauf und Teillastbetrieb im energiesparenden Burst-Mode arbeiten und deshalb so gut wie keine messbare elektrische Energie verbrauchen. Allerdings muß man solche Netzgeräte von 12 Volt auf beispielsweise 13,4 Volt Ausgangsspannung umrüsten, das erfordert aber häufig nur den Austausch eines Widerstandes, am Spannungsteiler vom Präzisions-Shuntregler. Es gibt mittlerweile zahlreiche Hersteller solcher Tischnetzteile mit vergleichbaren Features, hier lässt sich der Umbau noch einfacher realisieren, weil klassische bedrahtete Bauteile verwendet wurden. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen energiesparenden Sperrwandler, mit hohem Wirkungsgrad. Um die Ausgangsspannung nach der Umrüstung  auch exakt zu bestimmen, soll man ein gutes Voltmeter verwenden, welches etwas mehr als günstige 9,90.- Euro im Baumarkt kostet. An 4 parallelgeschalteten Motorradbatterien mit bereits fortgeschrittener Selbstentladung, verbrauche ich an der 230 Volt Steckdose nur durchschnittlich 1 Watt, neuwertige Bleiakkus mit vergleichbarer Kapazität verbrauchen naturgemäß erheblich weniger elektrische Energie. Aufgrund der moderaten Spannungsdifferenz fließen nach Tagen und Wochen nur noch ganz kleine Ströme, in diesem Fall liegen an allen 4 Akkus ungefähr 13,35 Volt an und es fließen max. 50 mA Gesamtstrom, was wiederum einer elektrischen Leistung von ungefähr 0,67 Watt (eben fast nichts) entspricht. Ältere und vor allem kleine ungeregelte Steckernetzteile unter 20 Watt mit klassischem Blechtransformator, verheizen häufig schon bis zu 3 Watt im Leerlauf und werden dabei auch mächtig warm.

Obwohl diese guten Tischnetzteile bis zu 60 Watt Spitzenleistung und knapp 40 Watt  Dauerleistung abgeben können, erreichen sie einen bis zu 10 mal höheren thermischen Wirkungsgrad bei kleinen Leistungen. Sie müssen ja auch die Steuerelektronik von ausgeschalteten Flachbildschirmen mit elektrischer Energie versorgen und sollen dabei kaum etwas verbrauchen, deshalb kann man mit ruhigem Gewissen derart überdimensionierte Netzladegeräte auch für einen kleinen 12 Volt 1Ah Bleiakku verwenden, ohne über möglichen erhöhten Energieverbrauch nachdenken zu müssen. Gibt es beispielsweise in Tiefgaragen nur elektrische Energie wenn die Deckenbeleuchtung eingeschaltet ist, muß man eine Schottkydiode vorschalten, damit kein Rückstrom zum Erhaltungslader fließt und sich möglicherweise die eingeladene Energie wieder langsam entlädt. Wer mehrere Schönwetterfahrzeuge sein Eigen nennt, der schaltet die Akkus mit verpolungssicheren Steckverbindungen parallel und in jede Plus Leitung eine eigene Lampe als Schutzwiderstand vor, dabei würde für kleinere Bleiakkus auch eine 12 Volt 5 Watt Lampe reichen, die Grenzen sind fließend. Will ein leidenschaftlicher Sammler und Gelegenheitsfahrer beispielsweise 16 Bleiakkus dauerhaft erhaltend laden, wären zwei Netzladegeräte vorteilhaft, denn es könnte über die Jahre eines von beiden unbemerkt ausfallen?

Wer gerne selber bastelt und reparaturbedürftige 12 Volt Tischnetzteile zum Umbau als Erhaltungslader benötigt, kann mich telefonisch unter 0043 7732 4145 kontaktieren!