Wartungs und Reparaturarbeiten an 4 poligen Bosch
Mhkz Magnetzündergeneratoren
Unsere guten
4
poligen Bosch Mhkz Magnetzündergeneratoren
sind schon beinahe 35
Jahre alt und benötigen wie andere technische Komponenten,
auch fachgerechte Pflege. Oft
hat vergammelter Kraftstoff über viele Jahre
ganze Arbeit geleistet und zu Rostfraß an
Statorblechen, Polrädern und
leider auch zu groben
Isolationsschäden an den Wicklungen geführt. Obwohl
solche
Spulen aus technischer Sicht unbrauchbar sind, kann man
nicht einfach
andere montieren, weil es zwischen verschiedenen Baujahren
erhebliche Unterschiede gibt! Einzig der Hochspannungsladeanker
lässt sich allgemein gegen die jüngere und
auch
haltbarere
Ausführung, mit 5600 Windungen ersetzen,
welche ab 1976 von Bosch vertrieben wurde.
Licht,
Rücklicht
und
Bremslichtanker
müssen aber exakt mit der magnetischen Feldstärke
der verwendeten Polräder übereinstimmen, sonst ist viel
Ärger und großes Chaos mit den Lampen
vorprogrammiert!
6 Volt 35 Watt Lichtspulen bis Ende
1975 (beispielsweise für alte Kreidler
0 212 199
008 Polräder) waren nur mit
107
Windungen bewickelt und die jüngeren ab 1976
(Kreidler RS mit 0212 199 022, oder 0212 199 008 mit stinseitiger Prägung, Puch mit 0212 199 021 und
Zündapp KS50 mit 0212 199 013 Polrädern) hatten
142
Windungen, zusätzlich hat Bosch auch Spulen mit
geringfügig unterschiedlichen Windungszahlen
(beispielsweise 107, 109, 111 oder 138, 140 bis 146 Windungen) verbaut um leichte
Abweichungen der magnetischen Feldstärken von Polrädern
auszugleichen, das war noch deutsche Gründlichkeit! Diese
kleinen Unterschiede merkt man aber nur beim reparieren
von defekten Ankern, wenn man beim abwickeln die
Windungen mitzählt. Bei ungeregelten Magnetzündergeneratoren
arbeiten die Generatoranker als Stromerzeuger, welche leider keine
feste Spannungsanbindung ermöglichen. Um
einigermaßen stabile
Spannung
(beispielsweise
ca. 6 bis 7 Volt) über einen größeren
Drehzahlbereich zu erreichen, muß die Belastung
(Innenwiderstand der Glühlampe) exakt dafür stimmen,
sonst ist die Betriebsspannung entweder zu hoch oder zu niedrig. Das
schließt auch erfolgreiche Nutzung von
asiatischen
Lampen aus, weil die eingeprägten Leistungsangaben nicht wirklich mit
westeuropäischen
Leuchtmitteln übereinstimmen.Wer aber
unwissend von solchen Problemen überrascht wird,
verbraucht möglicherweise
Unmengen
von Scheinwerferlampen und weiß oft nicht warum?
6
Volt 35 Watt
Lichtspulen
von 1976 mit dafür geeigneten Polrädern,
erzeugen bei Höchstdrehzahl
ca.
5,75 Ampere bei 7 Volt Lampenspannung, an 6 Volt
35/35 Watt BA20D
Philips
Duplo Biluxlampen aus den 70er Jahren. Um den direkten
Zusammenhang zwischen Windungszahl und Stromstärke auch
richtig zu verstehen, multipliziert man
142 Windungen mal 5,75 Ampere,
das ergibt eine theoretische Stromstärke von
816,
50 Ampere pro Windung, wenn man sich einen einzigen Leiter mit
dickem Flachkupfer vorstellt. Würde man stattdessen einen
Lichtanker mit nur
107
Windungen montieren, dann beträgt die
Stromstärke an der Scheinwerferlampe bei
Höchstdrehzahl theoretisch
7,63 Ampere.
Weil damit aber die Betriebsspannung drastisch ansteigt, reduziert sich
auch der max. Strom geringfügig. In jedem Fall würde aber
die Scheinwerferlampe schon nach kurzer Zeit zerstört.
Montiert man
an
älteren Statoren (mit schwächer
magnetisierten alten 0 212 199 008 Polrädern) eine Lichtspule
mit 142 Windungen, dann kann man nach der Rechnung
107 mal
5,75 Ampere einen Ankerstrom pro Leiter von
615,25
Ampere und eine theoretische Stromstärke (
615,25 Ampere ÷
142 Windungen) von nur
4,33 Ampere an
6
Volt 35/35 Watt Biluxlampen ermitteln. Aufgrund der tiefen
Betriebsspannung wird zwar der Strom geringfügig ansteigen,
aber 5 Volt werden garantiert nie erreicht und man wäre
ständig im gefährlichen Blindflug unterwegs.
Ein
ähnliches Verhältnis gilt auch für
ältere
und
jüngere
6 Volt 5 Watt Rücklichtanker, sowie
1974er
und
1976er
6 Volt 18 Watt Bremslichtanker. Wobei diese auch oft
mechanisch beschädigt wurden und später
abbrennen, oder gleich nach gröberer Beschädigung
unterbrochen sind. Falsche Ersatzanker würden auch
in diesem Fall die Rücklicht und Bremslichtlampen schnell
vernaschen, oder nur stärker glimmen lassen, die
erwünschte Betriebsspannung würde aber nie
erreicht. Ohmsche Überprüfungen von Generatorspulen
mit herkömmlichen Digital-Multimetern sind nicht
aussagekräftig, weil sich bei wenigen
kurzgeschlossenen
Windungen der Gesamtwiderstand kaum verändert.
Vergleicht man aber die Induktanz (
Millihenry) mit
dem originalgetreu
reparierten
Anker, kann man deutliche
Unterschiede erkennen. Dieser
beschädigte
Anker würde noch funktionieren, bis die kurzgeschlossenen
Windungen allmählich die unteren Wicklungslagen überhitzen und deren Isolation ebenfalls
zerstören. Wer solche leichten Schäden ignoriert, fährt irgendwann ohne
Bremslicht, weil der Anker möglicherweise völlig
abraucht. Dann verschmort bei drehfreudigen Fahrzeugen auch der
Spulenkörper
und der dauerhaft kurzgeschlossenen Bremslichtanker
überlastet auch den Hochspannungsladeanker. Später
helfen auch
Flickarbeiten
an zerbröselten Leitungen nichts mehr, weil der
Hochspannungsladeanker schon lange dem Hitzetod erlag.
Wer seine defekten oder vergammelten Komponenten
nicht bei "eBay" an
"unerfahrene Firmkinder" entsorgen,
sondern selber nützen will, soll beschädigte Anker
mit
frischen Kupferlackdraht neu wickeln. Um aber beispielsweise
800
Windungen in vertretbarer Zeit und originalgetreu zu
bewickeln, soll man eine
Behelfsvorrichtung
mit Zählwerk basteln. Auch für die
älteren Rücklichtanker mit
600
Windungen, erspart man sich damit erhebliche Arbeitszeit bei
der Wicklungsverlegung. Man erkennt später nur noch Rostfraß
am Ankerblech, was sich aber in der Stromerzeugung nicht negativ auswirkt.
Wer schon zahlreiche alte Kleinkrafträder
und Leichtmotorräder
mit
6
Volt 35-18/5 Watt Bosch Mhkz Magnetzündergeneratoren
und chaotischen Generatorleistungen besitzt und diese auch
regelmäßig benützt, wird mit dem
präzisen Abstimmen aller Wicklungen möglicherweise
überfordert sein? In diesem Fall wäre es sehr sinnvoll,
auf museumtauglichen 6 Volt Krempel zu verzichten und eine
universelle
12
Volt 40 bis 65 Watt Generatorspule zu wickeln, welche ohne
den fragwürdigen 6 Volt 5 Watt
Rücklichtanker
arbeitet. Die Wicklung von 6 Volt 5 Watt
Rücklichtankern
mit 800 Windungen, hat ca. 9,1 Ohm Innenwiderstand und bei Nennleistung
fließen max. 0,83 Ampere Strom. Berechnet man daraus die
thermische Verlustleistung (
9,1
Ohm * 0,83 Ampere²) liegt
diese bei stolzen und sinnlosen
6,26
Watt, welche nur heizt und auf der anderen Seite dem Lichtanker
fehlt.
Ohne
Rücklichtanker erzeugt die Lichtspule mehr Strom
und der lässt sich mit thyristorgesteuerten
Spannungsbegrenzern gut regeln.
Beinahe
in jedem Dorf liegen ausgediente 50ccm Plastikroller,
mit kompakten und kostengünstigen 14 Volt AC/DC
Spannungs/Ladereglern
herum, welche freie 12 Volt Lampenwahl bis knapp unter die max.
Generatorleistung erlauben und außerdem in der Lage sind, einen
kleinen
Akku für LED Signalleuchten zu laden. Mit dieser
einfachen und in weiterer Folge auch Zeit und nervensparenden
Lösung, ist es relativ egal, ob man schwach magnetisierte
6
Volt 25-4/5 Watt Mhkz Polräder von 1973 oder
6
Volt 35-5/18 Watt Exemplare mit höchster
Magnetisierung von 1976 verwendet. Man kann in jedem
Fall zeitgemäße 12 Volt 35/35 Watt BA20D
Halogen
Biluxlampen verwenden und hat zusätzlich mehrfach ausreichenden Ladestrom
für
LED
Schluß/Bremslicht,
LED
Blinker
und ein 12 Volt Gleichstromhorn. Der 6 Volt 18 Watt Bremslichtanker
über dem Hochspannungsladeanker bleibt kühler und
versorgt nur noch den VDO Drehzahlmesser, welcher dann nicht mehr
lastabhängig schwankt, weil es völlig egal ist ob der
Scheinwerfer leuchtet oder nicht! Nach diesem Umbau kann man auch ohne
ständige Angst um die Glühlampen, bedenkenlos das
Fahrlicht dauerhaft benützen.
Schließlich wollen wir
"einspurigen Kraftfahrer" auch rechtzeitig von anderen
Verkehrsteilnehmern gesehen werden und nicht eines Tages "unschuldig"
unter die Räder kommen? .