Veredelung vom 6 poligen Bosch Mhkz Sternaker ab Bj. 1977



6 polige Bosch Mhkz Sternzündungen mit 6 Volt 35/30 Watt Generatorleistung, waren das beste und teuerste was Bosch 1977 für Mopeds und kleine Motorräder zu bieten hatte. Zwar ist das Polrad schwächer als die verstärkte 4 polige Bosch Mhkz Zündung von 1976 magnetisiert, dafür sollte sie weniger Antriebsleistung als der Vorgänger brauchen und auch niedrigere Betriebstemperaturen erreichen. Die angegebene Generatorleistung "6 Volt 35/30 Watt" war leicht übertrieben, wenn 3 parallegeschaltete Lichtspulen mit 160 Windungen 35 Watt erzeugen, dann können 2 Ladeanker mit gleichen Wicklungsdaten naturgemäß nur 23,33 Watt leisten. Die tatsächliche Gesamtleistung an 6 Volt Verbrauchern liegt folglich bei 58 Watt und paßt genau für 6 Volt 35/35 Watt Bilux und stromhungrige 6 Volt 21 Watt Bremslichtlampen. Nachdem das Bremslicht eher selten benötigt wird, nutzte Bosch die beiden leerlaufenden Ladeanker zum laden eines 6 Volt Akkus. Die fehlende Rücklichtspule erforderte eine Stromversorgung des Rücklichtes und Istrumentenbeleuchtung über dem Akku, was aus heutiger Sicht ein schwerwiegender Fehler war! Nun schaltete ich nach dem Gleichrichterthyristor einen dicken Elko mit 100000µF 35Volt und zwischen Elko und NI-CD Akku ein Ampermeter in Reihe. Folglich konnte ich ohne Welligkeit die echte Gleichstrom Ladeenergie ermitteln, ohne mit prozentueller Einschaltdauer der Einweggleichrichtung herumzuschätzen! Die tatsächliche Ladeleistung zum Akku ist leider nicht sehr hoch, unter 3000 Upm nehmen Rüchlicht und Instrumentenbeleuchtung dem Akku wertvolle gespeicherte Energie weg!

"Die Leistungstabellen vom 6 Volt 35/30 Watt Stator"

Verschiedene Zweiradhersteller empfahlen nach der gesetzlichen Einführung "Lichtfahrplicht am Tag" die stillen Energiefresser mit dem Scheinwerfer zu verbinden, bei Kreidler oder Zündapp Fahrzeugen leider eine Sackgasse, weil die Scheinwerferspannung aufgrund höherer Belastung in den Keller sinkt! Einziger Ausweg aus diesem Chaos wären energiesparende ultahelle Leuchtdioden, aber da haben viele deutsche Landsleute große Angst vor dem allmächtigen "TÜV" (bürokratischer Schwachsinn wie E-Prüfzeichen) und meiden lieber größere Städte um die kleinen Akkus beim blinken nicht sofort zu entleeren. Ein weiteres großes Problem ist die schlechte Verfügbarkeit von 6 Volt 35/35 Watt Qualitätsglühlampen, alte westdeutsche Lagerbestände werden mittlerweile schon über 10.- Euro Stückpreis gehandelt! Neue Biluxlampen von Diskontern wie beispielsweise "TUNIT" brauchen bei Nennspannung gerade 28 anstelle von 35 Watt und auch der Brennpunkt der Glühfäden ist viel zu tief, weil für asiatische Scheinwerfer abgestimmt. Obwohl diese Lampen (wenn auch nicht lange) sehr hell leuchten, sieht man auf der Fahrbahn fast gar nichts. An einem zahm magnetisierten 4 poligen Magnetzündergenerator, wagte ich so eine Lampe (ohne zusätzlichen Spannungsbegrenzer) bis zur Höchstdrehzahl zu testen!

"Vergleich zwischen 6 Volt 35/35Watt Qualitäts und "TUNIT" Lampe"

Manche versuchten ihr Glück schon mit handelsüblichen 12 Volt 35/35 Watt Biluxlampen, welche untertourig etwas schwächer und hochtourig sehr hell leuchten. Allerdings ist diese Freude nicht von langer Dauer, weil die guten 12 Volt Biluxlampen mit Spannungen über 20 Volt vergewaltigt werden, bei Halogenlampen schmelzen die Glühfäden schon unter 18 Volt weg. Der Grund für dieses Wunder ist der niedrigere Strom von 12 Volt Lampen im Vergleich zu leistungsgleichen 6 Volt Leuchtmitteln. Wem bei einer längeren Ausfahrt oder Dunkelheit die 6 Volt 35/35 Watt Scheinwerferlampe ausfällt, der kann nur eine 12 Volt 60/55 Watt H4 Lampe als notdürftigen Ersatz verwenden, wenn keine passende Biluxlampe verfügbar ist. Die Sache hat den Nachteil, daß die Lichtausbeute unter 3500 Upm schwächer als mit deutschen 6 Volt 35/35 Watt Biluxlampen ist, aber keinesfalls so schlecht wie die Serienbeleuchtung von Hercules oder KTM Kleinkrafträdern an alten Motoplat Lichtmaschinen.

"Vergleich zwischen 6 Volt 35/35 und 12 Volt 60/55 Watt H4 Lampe"

Ich suchte nach einer technischen Lösung wo man wahlweise 12 Volt 25 bis 60 Watt Scheinwerferlampen verwenden und gleichzeitig das Rücklicht mit dem Scheinwerfer verbinden kann, der Akku wird dabei nicht belastet und kann in aller Ruhe Energie speichern. Für die Blinker verwendet man kleinere 12 Volt 10 Watt Lampen welche unter 25% des Nennstromes von 6 Volt 21 Watt Lampen brauchen, zur Leistungsregelung wird ein zeitgemäßer AC/DC Spannungsregler und für die Blinker ein lastunabhängiges elekronisches Blinkrelais installiert. Die Generatorwicklung habe ich für 12 Volt 75 Watt Höchstleistung bei 6000 Upm umgewickelt, siehe technische Daten des veredelten Sternankers.

"Technische Daten des umgebauten Sternankers"

Mit stärkeren Fahrzeugen wie Zündapp KS175 muß man auch bei niedrigen Drehzahlen eine brauchbare Beleuchtung erreichen, was bei alten oxydierten Kontakten oder Steckverbindungen selten der Fall ist. An 12 Volt 35/35 Watt HS1 H4 Lampen fließt wenig Strom, so daß Probleme mit hohen Übergangswiderständen zu vernachlässigen sind, deshalb habe ich den Original Schaltplan umgezeichnet.

"Umgezeichneter Schaltplan einer Zündapp KS175"

Aufgrund der fehlenden Belastung vom Rücklicht und Instrumentenbeleuchtung ist die Ladeenergie zum Akku deutlich höher, das Bremslicht wird nun direkt mit Gleichstrom versorgt, was an Kreuzungen oder bei niedrigen Drehzahlen die Sicherheit von Bikern erhöht.

"Leistungstabelle mit 12 Volt 35/35 Watt HS1 H4 Lampe"

Drehfreudige 50ccm Fahrzeuge wie Kreidler Florett oder Zündapp KS50 werden selten unter 6000 Upm bewegt und erreichen manchmal auch fünfstellige Drehzahlen, folglich kann man solche Fahrzeuge auch mit starken 12 Volt 60/55 Watt H4 Lampen ausrüsten. Nachdem die Nennspannung am Wechselstromnetz erst später erreicht wird, erfolgt unter 4000 Upm keine Akkuladung. Deshalb sollte bei derartigen Fahrzeugen wenn möglich, das Bremslicht mit 12 Volt 10 und die Blinker auch mit kleineren 12 Volt 10 Watt Lampen bestückt werden.

"Leistungstabelle mit 12 Volt 60/55 Watt H4 Halogenlampe"

Der Siegeszug von LED Signalleuchten in Kraftfahrzeugen ist nicht mehr aufzuhalten und wird in absehbarer Zeit noch kostengünstiger, deshalb würde ich in Zukunft Schlußlicht und Blinker mit energiesparenden Halbleiterleuchtmitteln umrüsten. Man muß dabei nicht die schönen alten Gehäuse austauschen, derart kleine Leuchtpunkte lassen sich wunderbar als trojanische Pferde verstecken und leuchten heller wie Glühlampen!