Optimierung einer 6 Volt 35 Watt Bosch Mhkz Lichtspule von 1975
1974 bis Ende 1975 wurden viele Klein und Leichtmotorräder mit 6 Volt 35/18/5 Watt Bosch Mhkz Lichtgeneratoren
ausgerüstet, leider waren damals die Polräder kaum höher als jene der ältesten 6 Volt 25/4/5 Watt Mhkz Anlagen
magnetisiert! Das Ergebnis war nicht ganz so dramatisch, wie vergleichbare 6 Volt 35/21/5 Watt Motoplat Generatoren in
Sachs Motoren, aber bei Dunkelheit und moderaten Drehzahlen trotzdem schlecht genug. Heute sind viele restaurierte
Jugendträume wie Kreidler oder Zündapp Kleinkrafträder von 1974 bis Ende 1975 von diesen Beleuchtungsproblemen
betroffen. Alte 6 Volt 35/18/5 Watt Bosch Mhkz Statoren waren auch in Zündapp KS125 oder PUCH Monza 6SL von 1975
verbaut, folglich leiden auch solche Fahrzeuge an gleichen Problemen,
siehe folgender Stator!
Diese Tatsache soll man nicht kompromißlos akzeptieren, denn die Ursache liegt an hohen Leitungsströmem und sehr träge
ansprechenden 6 Volt 35/35 Watt Biluxlampen! Weiters ist es mittlerweile schon schwierig, derartige Leuchtmittel in
brauchbarer Qualität zu finden! Bei Autozubehörshops, Zweiradhändlern oder Tankstellen, wird man erfolglos danach
suchen. Die sinnvollste Lösung liegt im umwickeln der Lichtspule für 12 Volt 35/35 Watt Bilux oder Halogenlampen, ich
habe solche Änderung schon mehrmals durchgeführt und anhand
folgenden Bildes dokumentiert!
Praxisfremde Skeptiker können nun behaupten, daß sich zwischen 6 oder 12 Volt Bordspannung nichts ändert, weil ja die
physikalische elektrische Leistung "35 Watt" in jedem Fall gleich bleibt? Auch der Innerwiderstand einer 12 Volt 35 Watt
Lichstpule wird 4x höher, folglich verheizt diese Spule im Mittelwert (egal ob 6 Volt 5 Ampere, oder 12 Volt 2,5 Ampere)
ohnehin 6,25 Watt Wärmeenergie? Ein wesentlicher Unterschied liegt schon an dem leichteren 12 Volt 35 Watt Glühfaden,
welcher aufgrund geringerer Masse schon bei Unterspannung früher glüht und folglich auch die Betriebsspannung (nach
PTC-Widerstandsprinzip bei Konstantstrom) leichter ansteigen läßt,
siehe folgende Vergleichstabellen!
Folglich profitieren wir auch von der Tatsache, daß jüngere 12 Volt Leuchtmittel allgemein hochohmiger sind (besserer
Wirkungsgrad als noch vor 30 Jahren) und die Nennleistung von 35 Watt erst bei ca. 13 Volt erfolgt. Deshalb benötigt die
12 Volt Lichtspule auch mehr als die doppelte Windungszahl und das schlägt sich bei tiefen Drehzahlen in Form von
höherer Lichtleistung zu Buche! Der größte Vorteil dieser Maßnahme liegt aber im niedrigeren Strom an Leitungen und
Kontakten. Bei Mopeds mit Lichtschalter über Zündschloss und Abblendschalter, erfolgt Erfahrungsgemäß ein
Übergangswiderstand von ca. 0,3 Ohm (inkl. aller Leitungen und Kontakte) bis zur Scheinwerferlampe, bei schlechten
Kontakten liegt dieser Wert höher. Übergangswiderstände von 0,3 Ohm bewirken an 5,94 Ampere Nennstrom satte 10,58 Watt
Wärmeverluste, das ist auch der Grund weshalb manche Schalter oder Kontakte völlig verschmoren. An einer 12 Volt 35/35
Watt Halogenlampe fließen max. 2,86 Ampere Strom, welche nur bescheidene 2,45 Watt an ihren Zuleitungen verheizt. Der
Rest bleibt für die Beleuchtung, bzw. schont Leitungen und Kontakte! Mit einem nützlichen Trick "nach dem
Reihenresonanzprinzip", kann man das Fernlicht bei tiefen bis mittleren Drehzahlen erheblich verbessern,
siehe folgendes Schema!
Die Resonanzfrequenz liegt mit 1200µF so tief, daß schon unter 1500 Upm erhöhter Strom fließt. Die größte Wirkung
erfolgt bis max. 3000 Upm und flacht mit zunehmender Drehzahl kontinuierlich ab, folglich leuchtet der Scheinwerfer auch
mit moderaten Drehzahlen brauchbar hell!