Letzte Änderung, am 21.02.2010

Optimierungen an 6 Volt 35 Watt Bosch Mhkz Lichtspulen, von 1975/76


Gegen Ende 1975 hat Bosch seine bewährten und auch sehr teuren 4 poligen 6 Volt 35-5/18 Watt Magnetzündergeneratoren, mit stärker magnetisierten Polrädern aufgerüstet. Im Zusammenhang mit geänderten Generatorspulen, wurde die Nennspannung bei niedrigeren Drehzahlen erreicht. Trotzdem war das Ergebnis für hubraumstärkere Motorräder, bei Dunkelheit und moderaten Drehzahlen nie zufriedenstellend. Weil deutsche Zweitakt Motorräder ab Mitte der 70er Jahre dank qualitativer Bauweise auch heute noch alltagstauglich sind, könnte man damit problemlos mehrere tausend Kilometer in einem Stück zurücklegen. Vergisst man aber vor längeren Reisen auf ausreichende Vorräte an 6 Volt Lampen, findet man auf der Strecke kaum noch 6 Volt 35/35 Watt BA20D Biluxlampen. Wegen allgemeiner Lichtfahrpflicht für einspurige KFZ am Tag nach STVO, darf man bei Beleuchtungsproblemen auch die Fahrt nicht mehr fortsetzen.

Kauft man zur Not eine 12 Volt 35/35 Watt BA20D Bilux oder Halogenlampe, so wird diese an ungeregelten 6 Volt 35 Watt Lichtspulen bestenfalls bei moderaten Motordrehzahlen funktionieren. Dreht man den Motor etwas höher, wird so eine Lampe mit halben Nennstrom zerstört. Vernünftig denkende Biker werden deshalb am umwickeln der 6 Volt 35 Watt Lichtspule und Installation eines zeitgemäßen 14 Volt Spannungsreglers nicht herumkommen.

Eine Optimierung der Lichtspule auf 12 Volt bringt noch weitere Vorteile, weil viel weniger elektrische Energie an Kabeln, Steckverbindungen und Kontakten verheizt wird. Beträgt der Leitungswiderstand zwischen Lichtspule und Scheinwerferlampe nur 0,2 Ohm, so werden bei 6 Ampere schon satte 7,2 Watt sinnlos verheizt. An verschlissenen Schaltern und Kabelbäumen können auch doppelt so hohe übergangswiderstände entstehen, in diesem Fall würde sich der maximale Strom auf ungefähr 5 Ampere verringern und satte 10 Watt werden sinnlos verheizt.Fortgeschrittenen Verschleiß oder hohe übergangswiderstände merkt man unter anderem, wenn der Scheinwerfer bei tieferen Drehzahlen nur noch glimmt.

Bei gleicher Wattleistung mit doppelter Betriebsspannung, halbiert sich der Strom an den Leitungen und die Verlustleistung bei 3 Ampere verringert sich auf 1,8 Watt. Selbst an 0,4 Ohm übergangswiderständen, beträgt dann die Verlustleistung max. 3,6 Watt. Eine weitere Fehlkonstruktion bei solchen Systemen ist die 6 Volt 5 Watt Rücklichtspule, weil unter 2000 Upm das Rücklicht überhaupt nicht leuchtet. Weil sich Lichtspule und Rücklichtspule das Magnetfeld vom Polrad teilen müssen, soll man diese Hilfsspule ersatzlos entfernen.

Auch beim umwickeln der Lichtspule kann man ohmsche Verluste verringern, wenn man den vorhandenen Platz am Spulenkörper bestmöglich ausnützt. Auf der werksseitigen 6 Volt 35 Watt Lichtspule befinden sich ca. 142 Windungen mit 0,90 mm dicken Kupferlackdraht, welcher auf ca. 3½ Wicklungslagen verlegt wurde. Fließen bei üppigen Drehzahlen 6 Ampere Strom über die Lichtspule, so werden satte 9 Watt nur in der Wicklung dieser Lichtspule verbraten. Nützt man einen thyristorgesteuerten AC Spannungsregler, kann man die Lichtspule für höhere Nennströme auslegen und der Spannungsanstieg erfolgt dann viel steiler als an ungeregelten Systemen mit exakt passender Lampenlast. Deshalb muss man die Windungszahl an der Lichtspule nicht verdoppeln, es reichen in den meisten Fällen 25 bis 30% mehr Windungen für 12 Volt Lampen. Ich wählte 180 Windungen 0,95 mm dicken Kupferlackdraht, welchen ich auf 5 Wicklungslagen verlegte. Diese umgewickelte Lichtspule erzeugt ca. 12 Volt 55 Watt bei 6000 Upm. Der Spulenkörper ist damit bestmöglich ausgenützt und der Innenwiderstand beträgt 0,29 Ohm. Die Verlustleistung in dieser Wicklung beträgt bei 5 Ampere max. 7,25 Watt und es bleiben im Vergleich zur originalen 6 Volt 35 Watt Lichtspule, ganze 1,75 Watt mehr für das Bordnetz und die optimierte Lichtspule bleibt auch kühler..

Der 14 Volt AC/DC Spannungs/Laderegler kann auch gleichzeitig noch einen 12 Volt Akku laden, ohne dass bei sehr tiefen Drehzahlen das Fahrlicht beeinträchtigt wird. An einer zeitgemäßen 12 Volt 35/35 Watt Halogen Biluxlampe wird nach dieser Optimierung schon ab 3000 Upm die Nennspannung erreicht. Bei diesen moderaten Motordrehzahlen fließen auch schon bis zu 0,43 Ampere Ladestrom zum Akku, was mehrfach für zeitgemäße LED Komponenten (Rücklicht, Bremslicht und Blinker) ausreicht. Weil bei diesen Magnetzündergeneratoren der Hochspannungsladeanker für die CDI Zündung oft den Hitzetod stirbt, wäre es sinnvoll den Bremslichtanker unbelastet zu betreiben. Weil thyristorgesteuerte AC Spannungsbegrenzer die Funktion von alten VDO 6 Volt Drehzahlmessern negativ beeinflussen, eignet sich die 6 Volt 18 Watt Bremslichtspule optimal zur Versorgung des Drehzahlmessers, welcher auch nur wenige Milliampere Strom verbraucht.

Die Hauptstromkreise soll man nach diesem Vorschlag realisieren, bei Umrüstung auf LED Komponenten reicht auch ein kleinerer Bleiakku mehrfach aus. Wir profitieren vor allem an der Tatsache, dass jüngere 12 Volt Scheinwerferlampen hochohmiger sind (besserer Wirkungsgrad als noch vor 30 Jahren) und auch beim auf und abblenden viel schneller ansprechen. Zeitgemäße LED Bremsleuchten und LED Blinker reagieren sogar tausendfach schneller, wie extrem träge 6 Volt Lampen im Leistungsbereich von 20 Watt, welche an Wechselstromgeneratoren versorgt werden. Weil Leuchtdioden nur sehr wenig Strom verbrauchen, wird der Akku auch im Stadtverkehr kaum belastet und Blinker, LED Bremslicht usw. funktionieren sogar bei abgestellten Motor sehr lange mit maximaler Intensität.