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Letzte Änderung, am 26.11.2010


Bosch produzierte bis in die frühen 70er Jahre auch leistungsstärkere kontaktgesteuerte Magnetzündergeneratoren mit 6 Volt 35-5/18 Watt Nennleistung, welche unter anderem in Hercules K125 BW, Maico MD50, Puch M125 und anderen Fahrzeugen verbaut wurden. Diese Zündanlagen gelten allgemein als robust und sind bei moderaten Drehzahlen beinahe unzerstörbar. Mit Leerlaufdrehzahl funktioniert aber kein Rücklicht und auch das Bremslicht glimmt bei moderaten Motordrehzahlen (an Fahrzeugen ohne Akku) nur eher schwach, was im öffentlichen Straßenverkehr nicht ungefährlich ist. Bei Drehzahlen über 8000 Upm (beispielsweise an Maico MD 50) verabschieden sich die Scheinwerferlampen relativ früh, was ohne mitgeführte Ersatzlampen besonders dreist ist, weil man solche Leuchtmittel nicht mehr in jedem Zweiradladen bekommt.

Wenn an Verkabelung und Kontakten wegen üppigen Leitungsströmem schon hohe Übergangswiderstände herrschen, glimmt der Scheinwerfer unter 3000 Upm eher schwach, auch die Kontakte bzw. Lichtschalter verschmoren oder verzundern bei solchen Fahrzeugen sehr häufig.Weil man auch immer seltener 6 Volt Leuchtmittel in brauchbarer Qualität findet, wäre ein 12 Volt Umbau allgemein empfehlenswert und der ist an diesem Generatortyp sehr einfach realisierbar! An modernen Rollern sind häufig 12 Volt 35/35 Watt BA20D Biluxscheinwerfer installiert und solche Lampen gibt es überall bei guten Autozubehörshops, Zweiradhändlern und Tankstellen. Es gibt sogar 12 Volt 35/35 Watt Bilux Halogenlampen, welche hervorragend fokusieren und sehr hell leuchten.

Nicht selten sind die 6 Volt 5 Watt Rücklichtanker über der Lichtspule mechanisch beschädigt oder deren Wicklungsisolation von alten Kraftstoffen zerfressen, wobei es sehr zeitaufwendig ist, solche Anker mit 700 Windungen Cul. 0,22 mm neu zu bewickeln. Im wesentlichen ist dieser Anker überflüssig, weil nur bei sehr hohen Drehzahlen geringfügig mehr Summenleistung, als mit dem Lichtanker alleine erreicht werden könnte. Das umwickeln eines 6 Volt 35 Watt Lichtankers (107 Windungen Cul. 1,00 mm) auf 12 Volt 40 Watt (178 Windungen Cul. 0,80 mm) dauert nicht lange und erfordert nur wenige Meter Kupferlackdraht. Dann schaltet man Scheinwerfer, Instrumentenbeleuchtung und Rücklicht parallel und installiert einen zusätzlichen Spannungsbegrenzer aus ausgedienten Rollern, als Überspannungsschutz für die Lampen. An einer 12 Volt 35/35 Watt BA20D Halogenlampe fließen nur ca. 2,65 Ampere Strom bei Nennspannung, was sehr geringen Spannungsabfall an den Zuleitungen verursacht, so wird schon bei moderaten 3500 Upm die Nennspannung an Scheinwerfer und Rücklicht erreicht.  

Wer auch bei Leerlaufdrehzahl oder abgestelltem Motor ein helles und dauerhaft funktionierendes Rücklicht bzw. Bremslicht begehrt, soll etwas Kleingeld in ultrahelle Leuchtdioden investieren und eine passende Schlußlichtplatine basteln. Färbige Signalleuchten mit Leuchtdioden verbrauchen sehr wenig elektrische Energie und sind auch unempfindlich gegen Erschütterungen, außerdem früher erkennbar als herkömmliche Glühlampen und tragen deshalb auch zu höherer Verkehrssicherheit bei. 

Obwohl die umgewickelte Lichtspule nur 12 Volt 40 Watt leistet, reicht es zusätzlich zum 12 Volt 35 Watt Scheinwerfer auch noch zur Akkuladung für LED Schlußlicht, LED Blinker und 12 Volt Gleichstromhorn. Bei Platzproblemen (an Fahrzeugen ohne werksseitigen Bordakku) kann man auch auf kompakte NIMH AA Zellen zurückgreifen und diese als 12 Volt Akkublock zusammen löten. Aufgrund des moderaten Ladestromes, kann auf zusätzliche Überladungs-Schutzschaltungen verzichtet werden, weil der DC Ladereglerausgang über 14 Volt nur knapp 300 mA Ladestrom bringt und über 14,4 Volt ohnehin den Ladestrom unterbricht.

Mehrere Motorradbesitzer mit diesen altbewährten Magnetzündergeneratoren fragten mich schon, ob man auch hellere 12 Volt 45/40 Watt BA20D Biluxlampen damit betreiben könnte?  Deshalb habe ich eine Lichtspule mit 180 Windungen dickerem 0,95 mm Kupferlackdraht optimiert und so den Innenwiderstand weiter verringert. Diese Maßnahme bringt bei 0,3 mm Luftspalt zum Polrad ungefähr 3 Watt mehr Generatorleistung bei 5000 Upm und vor allem auch höhere Ströme aus dem Drehzahlkeller. Das reicht aber noch nicht für den 12 Volt 45 Watt Fernlicht-Glühfaden, welcher bei Nennspannung ungefähr 47 Watt verbraucht. Deshalb habe ich auch den 6 Volt 18 Watt Bremslichtanker über der Zünderregerspule auf 12 Volt 14 Watt Leistung bei 5000 Upm optimiert und mit der 12 Volt 43 Watt Lichtspule parallel geschaltet. So konnte ich als Summenleistung bei 5000 Upm stolze 12 Volt 56 Watt Generatorleistung erzeugen, was für diese alten Lichtmaschinen ein akzeptabler Wert ist. Dann kann man solche Motorräder wahlweise mit allen handelsüblichen 12 Volt BA20D Biluxlampen bis max. 12 Volt 45/40 Watt Nennleistung betreiben, der Ladestrom nach dem Regler reicht locker für die LED Signalleuchten, Instrumentenbeleuchtung und Hupe.

Im Vergleich zum Originalzustand bringt dieser umgebaute Stator eine erhebliche Verbesserung der Beleuchtung und man muß künftig auch keine alten 6 Volt 35/35 Watt Biluxlampen einbunkern!