Letzte Änderung, am 01.02.2010
Wie kann man
die Beleuchtung an alten Fahrzeugen verbessern?
Viele Mopedfahrer bewegen vor allem in den kälteren
Jahreszeiten, ihre Fahrzeuge häufig bei Dämmerung
oder Dunkelheit. Bei schlechten
Sichtverhältnissen und nicht angepasster Geschwindigkeit,
taugen schwache 15 Watt Scheinwerfer nicht wirklich für
zeitgemäße Verkehrssicherheit. Dabei
könnte man bei zahlreichen älteren Fahrzeugen mit
moderatem Aufwand, die Beleuchtung spürbar
verbessern und so auch sinnlose Unfälle vermeiden!
Manche Generatoren der 80er Jahre in Sternform
können
bis
zu 100 Watt leisten, 12 Volt 25 bis 35 Watt
Scheinwerfer lassen sich auch schon mit
kleinen
Magnetzündergeneratoren
versorgen und
könnten so die Verkehrssicherheit schon erheblich verbessern!
Ein weiterer unbezahlbarer Vorteil ist auch die Tatsache, dass 12 Volt
Motorradlampen überall verkauft werden. Veraltete 6 Volt
Lampen findet man kaum noch auf der Durchreise und die
Qualität der noch erhältlichen 6 Volt Leuchtmittel, wird
auch immer schlechter.
Frühere Klein und
Leichtkrafträder wurden
überwiegend mit
6
Volt 35 Watt Biluxscheinwerfern ausgerüstet, deren
hohe Ströme zwischen 5½ bis 6 Ampere verursachen
aber erhebliche thermische Verluste an
Leitungen, Schaltern, Steckverbindern und lassen niederohmige Lampen
bei tiefen Drehzahlen nur noch glimmen. Bei hohen Drehzahlen
erhitzen sich elektrische Verbindungsstellen, verschleißen
frühzeitig und
erhöhen so die Übergangswiderstände noch
stärker. An
12 Volt Leuchtmitteln mit gleicher Leistung
fließt
nur der halbe Strom,
Leitungen und Kontakte würden geschont und nicht so hoch
belastet, die thermische Verlustleistung beträgt aber bei
halbem Strom
nur 25%! In diesem Fall bliebe mehr Energie für die
Beleuchtung am Moped übrig, was ich mit einem einfachen
Lichtspulenumbau eines
6
Volt 40 Watt
Magnetzündergenerators von Ducati, eindrucksvoll demonstrieren
will. Eine gute Lichtspule sollte bis zum Rand des
Spulenkörpers
mit möglich dicken Kupferlackdraht bewickelt sein, um deren
inneren Verluste sehr niedrig zu halten. Auf dieser 6 Volt 40 Watt
Ducati Lichtspule wurde aber nur mit
3
Wicklungslagen 0,95mm Kupferlackdraht verlegt, was gegen jede
Vernunft spricht. Ich verlegte deshalb
5
Wicklungslagen mit gleich dickem Kupferlackdraht und und
führte mit beiden Lichtspulen
vergleichende
Messungen am
Lima
Prüfantrieb durch.
Obwohl die
Windungszahl der
umgewickelten
Lichtspule
nur um 69% erhöht wurde, haben wir an einer stärkeren
12 Volt 45 Watt Lampe schon bei moderaten 1000 Upm im Verhältnis
zur 6 Volt 40 Watt Lampe, um
gut
15% höhere Betriebsspannung am Glühfaden.
Die zugeführte elektrische Leistung ist in diesem Fall sogar
um
ca.
43%
höher, dabei habe ich die Leitungsverluste am Kabelbaum des
Fahrzeuges gar nicht nachgebildet, dort würden an der 6 Volt
40 Watt Lampe auch noch 8 Watt zusätzlich bei
Höchstdrehzahl
verheizt, wenn der Leitungswiderstand 0,2 Ohm betragen würde.
An der stärkeren 12 Volt 45 Watt Lampe schlagen die
Leitungsverluste
nur mit 3 Watt zu Buche, also gewinnen wir weitere 5 Watt für
das Fahrlicht. Nützen wir eine 12 Volt 35 Watt
Scheinwerferlampe und einen zeitgemäßen AC/DC
Spannungs/Laderegler,
wird die erwünschte Betriebsspannung schon viel
früher erreicht. In diesem Fall liegen bei 4000 Upm schon
12,32
Volt am Glühfaden der Scheinwerferlampe an und
gleichzeitig fließen auch noch
370
mA Ladestrom, zu einem 12 Volt Akku
für elektrische Verbraucher wie Bremslicht, Blinker
und Hupe.
Permanente 6 Volt Gleichstromverbraucher wie Rücklicht und
Instrumentenbeleuchtung,
überfordern an alten Mopeds kleine Bordakkus im
Stadtverkehr, weil bei tiefen
Motordrehzahlen der Ladestrom nicht reicht. Die bescheidene elektrische
Energie aus
6
Volt 1 Ah NiCd Akkus
wird schnell verbraucht, dann bricht die Stromversorgung
unerwartet zusammen, wenn man die Blinker länger
betätigt. Deshalb ist es bei hellem
Tageslicht sogar lebensgefährlich, wenn man
auf stromhungrige und sehr träge ansprechende
"6
Volt 21 Watt" Fartrichtungsanzeiger vertraut? Als
unsere betagten Fahrzeuge
produziert wurden, dachte noch niemand an
"Licht bei Tag" fahren, diese Probleme waren damals nicht im heutigen
Umfang vorhersehbar!
Mit
ultrahellen Leuchtdioden
und zeitgemäßer Optimierung auf 12 Volt
Betriebsspannung könnte man solchen
Ärger zufriedenstellend vorbeugen und die Verkehrssicherheit
erheblich verbessern, auch wenn es laut STVO nicht ganz legal ist.
Bei einspurigen Fahrzeugen bis mitte der 70er Jahre,
ist die Lichtausbeute bei niedrigen Drehzahlen
überwiegend sehr
schlecht. An ungeregelten Magnetzündergeneratoren mit schwach
magnetisierten Polrädern, kann man bei tiefen bis mittleren
Drehzahlen, erzwungene selektive Reihenresonanz der Lichtspule
nützen. Das bewirkt eine
Generator-Leistungsunterstützung
ähnlich wie Turboaufladung, am
stärksten merkt man diesen Effekt bei
Generatoren
mit hohen Leerlaufspannungen. Bei Verwendung von
12
Volt 60/55 Watt H4 Halogenlampen ist diese Eigenschaft am
stärkeren Fernlichtfaden sehr nützlich.
Dieser einfache
Trick funktioniert aber nicht an thyristorgesteuerten
Spannungsbegrenzern, solche Geräte würden
möglicherweise sogar zerstört. Dafür
kann man (entgegen allgemeinen Schulwissen) auch preiswerte Elkos
(gepolte Kondensatoren)
mit niedrigen ESR verwenden, um aber Elkos in
Wechselstromkreisen nicht zu
zerstören, müssen sie
ausreichend
Spannungs (ca. 20 fache Nennspannung) und Wellenstromfest
sein.
Gepolte
Kondensatoren (Elkos) bilden in richtiger Spannungsrichtung eine
elektrisch sperrende Oxidschicht auf der Anodenoberfläche, in
Gegenpolrichtung hat diese Oxidschicht halbleitende Eigenschaften. Wird
die Polarität umgekehrt, so kann, wenn die Falschpolspannung
über einen Schwellenwert hinausgeht, ein Strom
fließen. Dann
bildet sich die Oxidschicht zurück und es kann zu
Durchschlägen durch das Oxid kommen. Überschreitungen
der zulässigen Umpol oder Falschpolspannung, führen zum
Kurzschluss und somit zur Zerstörung des Elkos. Die
Höhe der maximal zulässigen Falschpolspannung hängt
unter anderem vom
Aufbau und der Spannungsfestigkeit des jeweiligen
Elektrolytkondensators ab. Ungepolte
Kondensatoren mit vergleichbarer Kapazität
sind vielfach größer und vor allem sehr teuer.
Die
Lebenserwartung von kostengünstigen Elkos im Wechselstromkreis
kann möglicherweise unter 1000 Betriebsstunden liegen, was
aber für alte Mopeds oder Motorräder sehr lange reicht!