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Funktionsbeschreibung und Probleme an Motoplat Zündspulen


Diese Zündkonverter gehören zur Familie von Magnet-Hochspannungs-Kondensatorzündungen (MHKZ)

Bei dieser Magnet-Hochspannungs-Kondensatorzündung, auch Thyristorzündung genannt, handelt es sich um ein Magnetzündsystem, bei dem ein Kondensator auf  ca. Minus 100 bis 250 Volt aufgeladen wird. Die Aufladung des Kondensators erfolgt vom Hochspannungsladeanker durch 3 negative Impulse pro Umdrehung, bis die nötige Primärpannung erreicht ist. Ein Thyristor und Kondensator befinden sich im Primärkreis des Zündtransformators und arbeiten als Leistungsschalter. Bekommt das Gate vom Thyristor zum Zündzeitpunkt einen Steuerimpuls vom Zündimpulsgeber, wird er leitend und der Kondensator entlädt sich über die Primärwicklung des Zündtransformators. Der Entladestromstoß (bis zu 70Ampere) induziert in der Sekundärwicklung nach dem Prinzip eines Transformators eine hohe Spannung. Der Zündtransformator wird dabei nicht als Energiespeicher genützt!

Aufgrund geringerer Funkendauer ist die "Durchzündung" bei der Thyristorzündung geringer als bei Kontakt oder Transistorzündungen. Die Vorteile liegen in höherer Spannungsreserve, unempfindlicher gegen Nebenschlüsse (schlechte Isolierung) und eine zuverlässige Funktion im gesamten Drehzahlbereich. Die Funkendauer hängt überwiegend vom Widerstand der Primärwicklung und der Kapazität des Zündkondensators ab. Manchmal leiden Motoplat Zündkonverter auch an heimtückischen Fehlern, dabei passiert es gelegentlich, daß der Thyristor bei zunehmender Betriebstemperatur und höheren Drehzahlen, zu Überkopfzündungen neigt. Dann zündet es 3 mal pro Umdrehung, mit völlig falschem Zündzeitpunkt. Nicht selten erlebt man defekte Ladedioden, welche anstelle von >600 Volt Sperrspannung, schon unter 150 Volt leitend werden. Falls der Thyristor einen Kurzschluß aufweist, zündet gar nichts mehr!

Die Zündspule

Falls bei 150 Volt Ladespannung auch nur 10 mA Strom in Sperrichtung der Ladediode fließt, verheizt diese dabei 1,5 Watt Energie. Folglich heizt sich die Ladediode auf und die Sperrspannung sinkt kontinuirerlich weiter ab, bei diesem Fehler setzt anfangs die Zündung über 6000 Upm aus und kann nach wenigen Minuten bis unter 3000 Upm abfallen. Nach einer längeren Pause verschwindet dieser Fehler wieder für wenige Minuten, mit einem Isolationsprüfer läßt sich die Sperrspannung der Ladediode überprüfen!

Sperrspannung überprüfen

Nach meinen bisherigen Erfahrungen waren am häufigsten der Thyristor bzw. die Ladediode defekt, oder der Ladekondensator hatte kaum noch Kapazität. Die weitverbreiteten Gerüchte "Unterschiede zwischen 6 oder 12 Volt Zündspulen" sind frei erfunden, denn der Zündgenerator erzeugt ca. 100 bis max.250 Volt negative Ladespannung am Kondensator und hat mit der Bordspannung vom Fahrzeug überhaupt nichts gemeinsam!